Eine offensichtlich zu kostenbewusste Gebäudesanierung wurde im Jahr 2008 in Bremens größter Einkaufsstraße abgeschlossen: in dem schicken Gebäude in der Obernstraße (53°04’39.68“N) wird die Energie im wahrsten Sinne des Wortes zum Fenster raus gejagt.

Bei der Erneuerung des fünf stöckigen Gebäudes wurden die uralten einfach verglasten Fenster im großzügigen Flur beibehalten. Es war hier in diesem Winter so kalt, dass die Mieter quasi im Flur des Gebäudes auf die Straße getreten sind. Die einfach verglaste Tür zu den Büroräumen bildet zusätzlich eine ideale Kältebrücke und treibt den Energieaufwand und damit den CO2 Ausstoß in die Höhe.

Video von Lea Marlena und Luca Graf

An dieser Stelle haben wir ein grundlegendes Problem: der Vermieter scheut aus Kostengründen die Investition. Dies kann er auch, weil die Heizkosten des Gebäudes in vollem Umfang auf die Mieter umgelegt werden. Der Umweltschutz muss hinten anstehen. Für den Mieter wäre es allerdings einfach mehr Miete für die bessere Isolierung des Gebäudes zu bezahlen, wenn dies bei den Nebenkosten wieder eingespart wird. Attraktiv ist eine energieeffiziente Sanierung allemal, denn jedem Mieter ist doch heute klar, dass er in Zukunft mit höheren Energiekosten für die Heizung rechnen muss.

Verbesserungsvorschläge:

  1. Mehr Transparenz durch einen Energieausweis, der den Mieter auf die hohen Nebenkosten einer schlecht isolierten Immobilie aufmerksam macht.
  2. Eine Unternehmensrichtlinie beim Anbieter, die vorgibt, dass Gebäude in unseren Breitengraden so saniert werden, dass sie aktuellen Anforderungen an die Energieeffizienz gerecht werden.

Laut einer von Hesse Newman Capital in Auftrag gegebenen und von dem Hamburger Analysehaus FondsMedia durchgeführten Studie rechnen sich umweltoptimierte Gebäude (Green Buildings) sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich. Die Öko-Gebäude erzielen bis zu 13% höhere Mieterträge, dauerhafte Kostenvorteile und höhere Immobilienwerte als herkömmliche Immobilien. Dies sollten gute Argumente für die Real Estate Manager sein, um auf eine durchgängige energieeffiziente Ausstattung bei der Sanierung von Gebäuden zu dringen. Der Umwelt und dem Image nützt es auch.

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Energieverschwendung in Bremens größter Einkaufsstraße, 8.8 out of 10 based on 5 ratings